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Von Ingrid Vögele. Lederhose und Dirndl gehörten am Sonntag dazu wie die Weißwürste zu Bayern oder zum Weißwurstfrühstück der Broatschuazunft. Bereits zum vierten Mal wurde es serviert, natürlich mit ofenfrisch gebackenen Brezeln. „Frühstück“ war hier ein dehnbarer Service. Je nachdem wann der Hosenträger aufstand und sich mit seiner Dirndl-Dame samt Nachwuchs auf den Weg machte, wurde daraus ein Mittagessen.

Ab 10.30 Uhr war „Happy Hour“. Die Schnäppchen-Maß ließ sich kaum einer entgehen. Obwohl angenehme Partymusik drinnen für Wiesn-Stimmung sorgte, wollten viele die letzten Sonnenstrahlen draußen genießen. Dort gab es auch Livemusik. „Der Paul und sein Gaul“ oder „Die schöne Mühlbachtälerin“ – gerne hörten die Gäste Thomas Herrmann von der Fraktion „Lumpenlieder und Witzeabend“ mit seiner Steirischen zu. Die Broatschua hatten ihr Mobiliar nach draußen transportiert und boten einen kleinen Biergarten an. Das Fest verzeichnete einen guten Zulauf. Die Gäste machten ein Schwätzle, lachten, und die Federn an den Tirolerhüten wackelten richtig mit.

Der jüngste Gast dürfte aber mit der Weißwurst so seine Probleme gehabt haben, denn mit gerade mal zwei Monaten fehlen einfach noch die Zähne zum Kauen.

So ein zünftiges Weißwurstfrühstück möchte sich doch kein Vöhringer entgehen lassen. Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder-Bote

Quelle: Schwarzwälder-Bote 16.10.2017 – 18:06 Uhr

Heim ist schuldenfrei

Von Ingrid Vögele. Nur Positives war in der Hauptversammlung der Narrenzunft im Zunftheim zu hören. Als großen Erfolg mit gut besuchten Veranstaltungen wertete der Vorsitzende Guido Kinzel die Vöhringer Fasnet. Der Broatschuaball mit dem Bauernhofmotto, gleichzeitig Jubiläumsfest der seit zehn Jahren bestehenden Broatschua, lebte nochmals auf. Weiter im Fokus waren der Fleggadapp, die Kinderdisco im Zunftheim als Novum, die Schantlebar und das Narrenblättle. Renovierungsarbeiten im Thekenbereich des Zunftheims stehen dieses Jahr an.

Sehr detailliert berichtete Schriftführer Ismael Vaquera über 33 Termine in der Fasnetssaison 2017. Dazu kamen Binokelabend, das Weißwurstfrühstück, die Infowanderung rund um Vöhringen, Christbaumverkauf und Waldweihnacht. Die Ausbauarbeiten am Narrenheim gingen weiter. Geänderter Bändelverkaufsmodus, Auswurfmaterial, die Vorbereitungen für die Saison 2018 und die Teilnahme am diesjährigen Dorffest am 22./23. Juli wurden thematisiert.

Beifall begleitete die Hauptnachricht des Kassierers Michael Brenner-Bastek: „Seit dem 20. März ist unser wunderschönes Zunftheim schuldenfrei.“ Steuerlich sei man auch auf dem Laufenden, so werde zusammen mit der Rückerstattung ein sattes Plus zum nächsten Quartalsende die Kasse füllen. Der Verein verzeichnet mit vier Aus- und 16 Eintritten 342 Mitglieder. Bürgermeister Stefan Hammer fand lobende Worte „für alle Kleidle, die Vöhringen in ihren Auftritten sehr gut als Botschafter präsentierten“ und sich auch außerhalb der Fasnet in die Dorfgemeinschaft einbrächten.

Bei den Wahlen wurden Andreas Fischer als zweiter Vorsitzender bestätigt, ebenso Kassierer Michael Brenner- Bastek, Hexenvertreter Stephan Hauser, Gardevertreterin Vanessa Holst, Broatschuavertreter Ralf Voßler und Beisitzer Andy Edelmann. Carolin Mäntele übernimmt die Funktion der Glockenvertreterin von Renate Schilling.

Der Vorstand der Narrenzunft (hintere Reihe von links): Andreas Fischer, Stefan Hauser und Michael Brenner-Bastek. Vordere Reihe (von links): Ralf Voßler, Guido Kinzel, Andy Edelmann, Carolin Mäntele und Vanessa Hols Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder-Bote

Quelle: Schwarzwälder-Bote 01.05.2017 – 18:45 Uhr

Von Ingrid Vögele. Einem Hexenkessel glich die Vöhringer Halle: Damit machte sie dem Hexenball alle Ehre.

Die Broatschua-Hexen, Gastgeber des Balls, hatten hinter ihrer langen Theke alle Hände voll zu tun. Nicht nur Zunfthexen füllten die Halle, sondern auch deren großes, mitangereistes Gefolge. Zivile Schönheiten und „Unschönheiten“ ließen sich den Geheimtipp Hexenball in Vöhringen nicht entgehen. Richtige Hingucker waren in der Menge. Umfallen konnte keiner, es gab keinen Platz zum Liegen. Die Besucher hatten bereits Mühe, als sie der Aufforderung der Aichhalder Hexensportgruppe nachkamen – sie sollten nämlich alle in die Hocke gehen. Das Aufstehen erwies sich als sportliche Leistung, mindestens genauso sportlich wie die Hexentänze. Dabei legten die Akteure große Originalität an den Tag, die Shows waren perfekt choreografiert.

Perfekte Showtänze

Die Tanzenden bewegten sich teils rasant über die Bühne, flogen in Mühlen oder bei Überwürfen und Hechtsprüngen oder türmten sich zu großartigen Pyramiden, noch unterstrichen durch Lichteffekte. Die Zuschauer belohnten das mit tosendem Beifall und mannigfachen Zugaberufen.

 Genauso bunt wie das Publikum war das Programm, das bestens ankam. Anmut, Eleganz, Sportlichkeit und Schönheit hatten alle Showtänze gemein, perfekt ausgeführt von den jungen Damen. Schon die Kostümvielfalt beeindruckte. Dafür gab es lautstarken Beifall, verbunden mit dem dreimaligen „Broatschua Hexe – broate Schua“. Ohne Zugabe lief auch hier nichts.

Die Moderationshexen Robin Rumpel und Katja Schittenhelm führten gekonnt durch das Programm. Die Stimmung war bombig, alles sang und tanzte zu den Titeln, die DJ-Hexe Mario Göttler auflegte. Die Bässe wummerten, dafür sorgte Tobias Plocher, der Boden vibrierte und Nebelschwaden hüllten alle Feiernden ein, die Party war der Knaller.

Gäste waren die Duachberg-Hexa aus Mühlheim, die Showtanzgruppen der Narrenzünfte Sigmarswangen, Bochingen und Mühlheim/Renfrizhausen sowie die Hexensportgruppe der Narrenzunft Aichhalden und die Kaunta-Hexen aus Ostdorf.

Quelle: Schwarzwälder-Bote 21.02.2017 – 10:17 Uhr

Von Ingrid Vögele. Schon lang vor Beginn des Kinder- und Teenie-Tanzfestivals war die Vöhringer Halle voll. Da tummelten sich Seeräuber und deren Bräute, Clowns, Hexen, Prinzessinnen, Häschen und Cowboys neben den Tänzerinnen der Garden.

Schlag 13.30 Uhr erfolgte der Einmarsch der Narrenzunft, der ein wahrhaft imposantes Bild bot. Michael Brenner-Bastek begrüßte vier Gastzünfte besonders. Und Garde-Vertreterin Vanessa Neu ehrte Jenny Geiser für 20-jähriges Tanzen. Für zehn Jahre Tanzen wurde diese Ehre Sinja Neumann und Lisa Mack zuteil. Und dann ging es aufs Land.

Minigarde Horb entführt Zuschauer in Flower-Power-Zeit

Die Fantagarde Epfendorf in lila Dirndeln gab einen Einblick, was Sennerinnen auf der Alm zum Klang der Kuhglocken so alles treiben. Monstermäßig rasant, gipfelnd in einem großen Pyramidenbau, ging es weiter mit dem ASV Horb. Die jungen Zuschauer fühlten sich dank der Minigarde Horb zurück in die 60er-und 70er-Jahre mit dem besonderen Flower-Power-Lebensgefühl versetzt, dazu trugen stilechte Kostüme einen großen Teil bei. Deren Teeniegarde zeigte, dass es, wenn man groß ist, auf eine Rundreise nach Amerika geht.
 
Als Indianer begeisterte dann die Vöhringer Fantagarde mit ihren Indianertänzen vor dem Tippi. Und als echte Indianer mit „Hugh, ich habe gesprochen“ bedankte sie sich bei Diana Eger, die die Kostüme geschneidert hatte.

Als die drei Moderatorinnen Doreen Voßler, Carolin Mäntele und Laurien Reule eine Spielrunde einläuteten, waren die Treppe und die Bühnenseite längst von Kindern bevölkert. Diese stürmten dann die Bühne. An den Wettspielen wollten alle teilnehmen und natürlich gewinnen.

Wenn Mäuse in den Süden reisen, dann wird es wieder richtig Sommer, versprach die Fantagarde des ASV Horb. Und wenn man weiterreist, dann weiß man, wie sich die Pinguine und Eisbären der eigenen Minigarde an den Polen die Zeit vertreiben. All das gab es live zu erleben.

Wie lernt man tanzen? Das zeigte die Tanzschule der Minigarde Binsdorf. Und was daraus dann wird, das konnte man beim Auftritt der großen Garde und der Teeniegarde des Gastgebers erleben. „Im Lande des Zauberers von Oz“ und von „Super Mario“ wurden tanzend erzählt. Der Hexentanz markierte das Showende.

Für so viel Schönheit, Einfallsreichtum und herzerfrischende Ausführung gab es immer viel Beifall und obendrein das dreifache „Broatschua-Hexa“. Als DJ fungierte kompetent Martin Sackmann.

Die Vöhringer Teeniegarde bringt den Computerspiel-Helden „Super Mario“ auf die Bühne. Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder-Bote

Quelle: Schwarzwälder-Bote 20.02.2017 – 18:30 Uhr

Von Marzell Steinmetz . Die ganze Gemeinde hat sich am Sonntag in eine Narrenhochburg verwandelt. 47 Gruppen und Zünfte nahmen am Umzug teil.

Die Narren und die zahlreichen Zuschauer waren bestens gelaunt, kein Wunder bei den fast frühlingshaften Temperaturen. Aber so ist das Wetter bei der Broatschua-Fasnet fast immer.

Die Symbolfigur der Vöhringer Zunft führte den langen Umzug an. Ein Jubiläum feierte die Broatschua-Gruppe: Sie gibt es seit zehn Jahren. Die Hexen im orangenen Häs trieben es wieder toll, darunter eine Inliner-Hexe. Hinter den Narrenfreunden Bergfelden mit ihren Jäkle und Kropfern folgten die besonders gruseligen Schlossberg-Hexen aus Vöhringen. Die Narrenzunft Mühlheim-Renfrizhausen brachte diesmal ihren Loablesspalter mit, der am Samstag in Fischingen noch vermisst wurde.

Nach Baurawald-Hexen, Sumpfgeistern und Glatter Schlosshexen, die allesamt allerhand Unfug trieben, marschierten die Sulzer Narren. Sie haben ihren eigenen Umzug schon hinter sich. Nach dem Ringtreffen vor einer Woche bleibt in Sulz der Fasnetssonntag umzugsfrei.

 

Quelle: Schwarzwälder-Bote 20.02.2017 – 10:08 Uhr

Von Ingrid Vögele. Seit zehn Jahren bereichert die Broatschua­gruppe die Vöhringer Fasnet. Eine stattliche Figur ist so ein Broatschua, genauso wie sein Pate. Er geht nämlich zurück auf den Müller und Bauer Jakob Klingele, der von 1870 bis 1940 die Obere Mühle betrieben hatte. Eine Fotografie im Bildband „Vöhringen – Wie es früher war“ zeigt ihn vor dem Scheunentor der Mühle stehend mit auffällig breiten Stiefeln. Fast scheint es, als wolle er „seine Nachfahren“ im Auge behalten. Bedächtig ist der freundliche Blick auf den Betrachter gerichtet.

Vom Einzelnen zur Gruppe

Genau diesen Ausdruck trägt die markante Maske. Er kennzeichnet das Verhalten des Broatschua. Das Häs ist identisch mit dem Bild. Sogar Details wie die schwarze Halsbinde und das Halstuch wurden vom Original übernommen. Da breite Schuhe den Broatschua auszeichnen – immerhin konnte er eine Henne samt Gelege „verdappen“ – trägt er über seinen schwarzen Feuerwehrstiefeln noch Überschuhe. Ein Leinensack, wie er zur Aussaat benutzt wurde, vervollständig die bäuerliche Figur.

Als Einzelfigur war der Broatschua seit der Gründung 1982 dabei. Er ist es heute noch, zieht den Bibbelewagen und gab der Zunft ihren Namen. Im allerersten Häs steckte Dirk Plocher. Die ersten Schuhe aus Leder fertigte für ihn Thomas Vosseler. In der Hauptversammlung im März 1983 erfuhren die Zunftmitglieder unter „Verschiedenes“ von der Anregung, aus der Einzelfigur eine Gruppe zu machen. Aber erst 2005 stellten Thomas und Silke Lange zusammen mit Reiner und Petra Lehmann den Antrag, den Broatschua aufzunehmen. Im beschriebenen Bildband wurde man fündig.
 
Omas Kochbuch gewälzt

Wilma Bantle und Werner Schanz suchten nach passenden Stoffen. Am Dreikönigstag 2006 wurde der Prototyp vorgestellt und genehmigt. 2007 konnte sich die Zunft zum 25-jährigen Bestehen mit einer Broatschuagruppe von zwölf Erwachsenen und vier Kindern präsentieren. Heute sind es 20 Hästräger.

„Gaudi auf dem Bauernhof“ ist das Motto des diesjährigen Bürgerballs, mit dem die Broatschua ihr Jubiläum feiern. Wer auf ein Tänzchen oder gar Akrobatisches von ihnen als Showeinlage im herzerfrischenden Programm hofft, der wartet vergeblich, denn so ein Schuhwerk sichert nur einen guten Stand.

Dafür lässt aber die Hallendekoration und die ganze Atmosphäre frühere Zeiten auferstehen und erst recht das kulinarische Angebot. Omas Kochbuch wurde gewälzt und verspricht Delikatessen vergangener Tage, handgemacht wie früher.

Der Bauer kann also bedenkenlos mit seiner Bäuerin samt Gesinde und zweibeinigem Vieh am Samstag, 18. Februar, zum Hoffest in die Turnhalle kommen.

Kassierer Michael Brenner-Bastek (links) und der stellvertretende Vorsitzende Andreas Fischer (rechts) freuen sich, ihre Broatschuagruppe vorstellen zu können. Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder-Bote

Quelle: Schwarzwälder-Bote 14.02.2017 – 18:02 Uhr

 

Von Ingrid Vögele. Nach dem Blättle ist vor dem Blättle, denn seit dem letzten Blättle, also seit der letzten Fasnet, wurde wieder eifrig gesammelt.

Vöhringen. Nun werden die Herzen wieder höher schlagen, und Freude wird sich ausbreiten, denn auch für diese Fasnetsaison gibt es das Narrenblättle in gewohnt guter Manier.

Schon seit den Sommerferien beschäftigen sich die Redaktionsmitglieder intensiv mit diesem wichtigen Bestandteil der Vöhringer Fasnet. Erlebtes, Erzähltes, Gehörtes, Gesehenes und Aufgeschnapptes fanden sich im „WhatsApp“-Ordner ein.

In den zwei Arbeitssitzungen pro Mont wurden Berichte über Missgeschicke, Kurioses, Abenteuerliches und schwäbisch-knitze Schläue gesichtet, sortiert, besprochen. Die Team-Treffen fanden immer an wechselnden Orten statt, und unterstützt durch kulinarische Köstlichkeiten sprudelten die Ideen und Worte nur so. Sie wurden zu Papier gebracht, immer wieder überprüft, inhaltlich sowie sprachlich überarbeitet und an den Dialekt angepasst, damit niemand Verständnisschwierigkeiten hat.
 
„Jedem zur Freud, niemand zum Leid“ ist oberstes Gebot. Schließlich fällt die Entscheidung. Gehört das Produkt dann zu „wahre Texte“, „Behauptungen“, „Unterstellungen“, in den „Kleinanzeiger“ oder in die Lebensberatung „Es ist voll peinlich, wenn…“? Neu ist die Sparte „Historischer Rückblick“. Kolonialwarenläden, etwa das „Paile“ und Bäckereien, werden vorgestellt. Wie sah es früher aus? Die Reihe wird nächstes Jahr fortgesetzt.

Sind die Texte und Bilder erst einmal im Computer, wird’s ernst, denn dann geht das Ganze in den Druck. Recht umfangreich ist das Werk wieder geworden. Interessant sind die alten Fotografien, an die sich die älteren Vöhringer erinnern.

Nun also dürfen sich die Bürger auf die neue Ausgabe freuen, die ihnen per Hausbesuch am Samstag, 4. Februar, ausgehändigt wird. Das Blättle ist absolut jugendfrei und eignet sich für alle Generationen, Alteingesessene und Neubürger. Sollte jemand nicht zu Hause sein – mit einem Kuvert samt Mitteilung und dem Betrag von 3,66 Euro sichert man sich das Blättle im Briefkasten.

Das Redaktionsteam für das Narrenblättle 2017 (von links): Marcel Maier, Christina Voßler, Ralf Voßler, Guido Kinzel, Henning Vögele, Sybille Kinzel, Alfred Rohrer und Heike Vögele Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder-Bote

 

Quelle: Schwarzwälder-Bote 10.01.2017 – 17:47 Uhr

Von Ingrid Vögele. Vöhringen. Das Narrenheim platzte fast aus allen Nähten, denn keiner durfte diesen wichtigen Sitzungtermin verpassen. Jeder wollte Zeuge der wichtigen Handlungen der beiden Vorsitzenden sein.

Das große Abstauben, dieses Jahr unter den Augen der Figur des Broatschua an der Wand, stand auf der Tagesordnung. Nach den launig gereimten Anweisungen des Vorsitzenden Guido Kinzel waltete der Vize Andreas Fischer seines Amtes.

Die Hexe als Gründungsfigur zählt zum Urgestein der Vöhringer Fasnet. Sie hatte die gründlichste Reinigung nötig – bei den vielen Runzeln eine Heidenarbeit. Die Augen wurden geöffnet, Mund und Nase befreit und zum Hexenleben erweckt.

Als wohltuende Massage erlebte der Narro sein Abgestaubtwerden, denn so ein „glattes G’sicht, des g’hert eifach sauber ond scheh g’richt“. Bürste und Pinsel machten sich auf den dicken Backen des Hansels zu schaffen, dem man zu seinem zehnten Geburtstag einen ganz besonderen Glanz verlieh. Da konnte der Broatschua an der Wand nochmals die Augen aufreißen, so viel Sauberkeit hat er noch nie gesehen.
 
Recht manierlich und sorgsam wurde der Schantle bearbeitet, nebenbei noch seine Großzügigkeit und Geschwätzigkeit gepriesen, bis „kein grauer Star“ mehr den Blick trübt und er ganz genau sieht, wem er die vielen „Bombole, Orangen ond Wirscht“ verschenkt. „Zart ond behutsam“ machte man den Broatschua sauber, „nicht, dass der guate Ma schau wieder ’s ganz Geleg verdappt“.

Alle Handlungen wurden genauestens beobachtet und mit den entsprechenden kräftigen Rufen gutgeheißen, so dass die Fasnet 2017 ohne Gegenstimmen eröffnet werden konnte. Nach den Regularien stand die Auftaktparty wieder im Zeichen eines gemütlichen Beisammenseins, mit dem man in die lange Saison startete. Die Figur des Broatschua stellt wegen dessen zehnjährigen Bestehens auch mit „Gaudi auf dem Bauernhof“ das Motto des diesjährigen Broatschuaballs.

Der Broatschua wird von Guido Kinzel und Andreas Fischer besonders sorgfältig abgestaubt. Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder-Bote

 

Quelle: Schwarzwälder-Bote 09.01.2017 – 10:54 Uhr

Von Ingrid Vögele.

Vöhringen. Pünktlich zur neuen Fasnetsaison wartet das Interieur des Vöhringer Narrenheims mit dem namensgebenden Schmuckstück der Broatschua-Zunft auf. Von der Wand des Gesellschaftsraumes blickt dem Besucher die Sagengestalt eines ungeschlachten Vöhringer Bauern entgegen, der gerade mit seinem breiten Schuh eine Henne im Nest samt ihren sieben Küken zertritt. Seine schreckgeweiteten Augen verraten, dass es wohl nicht mit Absicht war. Der Sage nach kam er nach seinem Tod in die Hölle, trat aber mit seinen breiten Füßen dem Teufel auf den Schwanz, der ihn dann wütend wieder hinauswarf. Kein Vöhringer dürfe mehr in seine Hölle, und seit jenem Tag tragen die Vöhringer den Namen Broatschua.

In rund 20 Stunden sei das große gemalte Bild entstanden, erzählt die Künstlerin Heike Vögele. Zusammen mit dem Vorsitzenden Guido Kinzel wurde die Größe festgelegt. Wenige Bleistiftstriche an der Wand gaben die grobe Figur als Anhaltspunkte vor. Nun hieß es Farbe mischen, probieren, abschwächen oder mehr Volltonfarbe hinzufügen, so lange, bis der originale Grundton des Häses erreicht war. Ausprobiert wurden die Nuancen immer auf einem weißen Pappteller. Der Bauer und sein Schuhwerk in Blau- und Brauntönen entstand. Vier bis fünf Farbschichten seien für die Farbdichte nötig. Jetzt erst bekam der Broatschua ein Gesicht, Hände und Beine. Ständig kontrollierte Abschattierungen sorgen für die Plastizität, insgesamt ein langer Prozess, bis mit der Signatur „HV ’16“ das Ganze zufrieden vervollständigt wurde.

Schwierig sei nicht das Malen gewesen, sondern die Balance halten auf der Leiter, erzählte Heike Vögele. Immer wieder ging es Leiter rauf, Leiter runter, denn das Kunstwerk fertigte sie ohne fremde Hilfe an, lediglich der familiäre mobile Essensdienst sorgte für die Verpflegung.

Der diesjährige Bändelverkauf bei der Fasnetseröffnung wird nun broatschuagerecht vor den Augen des temperamentvollen Hennenverdappers stattfinden.

Zusammen mit Guido Kinzel freut sich Heike Vögele über das gelungene Kunstwerk. Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder-Bote

Quelle: Schwarzwälder-Bote 30.12.2016 – 17:40 Uhr

Von Ingrid Vögele

Ganz zivil läutete die Narrenzunft „Broatschua“ ihr bayrisches Wochenende ein. Am Samstag wurden die Kräfte beim Preisbinokel gemessen. Auf den Tischen lag alles bereit zum Spielen, einschließlich neuer Karten. Die Tischnummern waren gezogen und die Paarungen hatten sich zusammengefunden.

Henning Vögele machte nochmals alle mit den einzelnen Details der Spielregeln vertraut, nach denen etwa der Mindestreizwert bei 150 lag, es keinen „Durch“, kein Runden und kein Abschreiben gab. Gespielt wurde in drei Runden mit je 12 Spielen. Gedämpfte Spielerunterhaltung machte sich breit, manchmal kurz unterbrochen durch einen Aufschrei, ansonsten beherrschte starke Konzentration das Narrenheim.

Vorausschauende Köpfe hatten sich vorher mit dem angebotenen Wurstsalat Energie zugeführt, denn es versprach, ein langer Abend zu werden. Um Mitternacht durfte dann Paolo de Masto den ersten Preis mit 100 Euro entgegennehmen. Der zweite Preis ging an Fritz Staiger und Alfred Schmid durfte den dritten Preis in Empfang nehmen. Der Vorstand zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung.

Lederhose und Dirndl gehörten am Sonntag dazu wie die Weißwürste zu Bayern. Und die wurden als Frühstück mit ofenfrischen Brezeln angeboten. „Frühstück“ war hier ein dehnbarer Service, je nachdem, wann der Hosenträger aufstand und sich mit seiner Dirndldame auf den Weg machte.

Ab 10.30 Uhr war „Happy hour“, was sich auf den Maßpreis auswirkte. Obwohl Partymusik drinnen für Wiesn­stimmung sorgte, wollten viele die letzten warmen Sonnenstrahlen draußen bei Kaffee und Kuchen genießen. Die Broatschua eröffneten daraufhin kurzerhand einen Biergarten.

Den ganzen Tag war ein Kommen und Gehen. Man machte ein Schwätzle und es herrschte eine fröhliche Stimmung bei dem Fest der „Broatschua“. Der jüngste Gast dürfte aber mit der Weißwurst so seine Probleme gehabt haben, denn so ein Schnuller hindert schon am Kauen.

Hosenträger beim bayrischen Sonntag unter sich Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder-Bote

Quelle: Schwarzwälder-Bote 19.10.2016 – 18:46 Uhr

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